Alte Kantonsschule Aarau

Die Alte Kantonsschule Aarau (AKSA) (umgangssprachlich «Alte Kanti») an der Bahnhofsstrasse in Aarau wurde 1802 gegründet und ist das älteste nichtkirchliche Gymnasium der Schweiz. Da das Einsteinhaus über eine Sternwarte verfügt, findet dort jedes Jahr ein öffentlicher, kostenloser Astronomiekurs statt.

Alte Kantonsschule Aarau

Nobelpreisträger

Albert Einstein

Paul Karrer

Werner Arber

Albert Einstein

1921 – Physik

Albert Einstein erhielt den Nobelpreis „für seine Verdienste um die Theoretische Physik und besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts„.

Es war eine schwere Geburt, bis Albert Einstein im November 1922 der Physik-Nobelpreis für das Jahr 1921 zugesprochen wurde. Seit 1910 war er nahezu jedes Jahr (bis auf 1911 und 1915) nominiert worden, unter anderem von Max Planck und Arnold Sommerfeld. Und so veranschaulicht das Kapitel Einstein sehr deutlich das System Nobelpreis.

Akademie und Komitee war durchaus klar, dass Einstein den Nobelpreis verdiente. Für jene Theorie aber, die seine Berühmheit begründete, wollten und konnten sie ihn nicht auszeichnen, da ihnen diese noch zu umstritten war. Insbesondere das Komiteemitglied Allvar Gullstrand, Medizinnobelpreisträger von 1911 und beauftragt mit einem Bericht über die Relativitätstheorie, zweifelte sie an. Sein Interesse an ihr beruhte auf der Lichtbrechung, mit der er sich – allerdings auf dem gänzlich anderem Gebiet der Optik des Auges – ebenfalls beschäftigte. Mit seinen Zweifeln und wohl auch seinem mangelnden Verständnis der einsteinschen Ideen war er durchaus in guter Gesellschaft.

Und so war es letztlich ein Trick des Komitees, Albert Einstein den Nobelpreis für seine Arbeiten zum lichtelektrischen Effekt zu verleihen. Ein Trick zwar, allerdings ein passender: Auch wenn diese Arbeit nie die gleiche öffentliche Aufmerksamkeit erregte wie Allgemeine und Spezielle Relativitätstheorie, so war sie doch von grundlegender Bedeutung für die Quantentheorie und allemal einen Nobelpreis wert.

Alle drei Arbeiten entstanden in Einsteins „Wunderjahr“ 1905. Am 11. Mai reichte er seinen Beitrag zur brownschen Molekularbewegung, der aus seiner Dissertation im gleichen Jahr hervorgegangen ist, bei den „Annalen der Physik“ ein.

Die erste Arbeit zur Speziellen Relativitätstheorie folgte am 30. Juni, die zweite – mit der berühmten Formel E=mc2 – bereits am 27. September 1905.

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Paul Karrer

1937 – Chemie

1937 erhielt Karrer für seine Forschungen über den Aufbau der Carotinoide, der Flavine und der Vitamine A und B zusammen mit Walter Norman Haworth den Nobelpreis für Chemie.

Der Sohn eines Zahnarztes wuchs in der Schweiz auf, studierte Chemie an der Universität Zürich und wurde 1911 promoviert. Anschließend war Karrer dort Assistent des Anorganischen Chemikers Alfred Werner, arbeitete 1912 bis 1918 über die Synthese organischer Arsenverbindungen im Laboratorium des Mediziners Paul Ehrlich in Frankfurt am Main und kehrte 1918 als außerordentlicher Professor der organischen Chemie an die Universität Zürich zurück. Von 1919 bis zu seiner Emeritierung 1956 wirkte er dort als Nachfolger Alfred Werners und Direktor des Chemischen Instituts. In Zürich erforschte Karrer Polysaccharide, seit 1926 Pflanzenfarbstoffe und Vitamine, isolierte die Vitamine A (1931) und Vitamine K (1939) und synthetisierte unter anderem die Vitamine B2 und E. Ferner untersuchte er die Konstitution der Carotinoide und Flavine. Paul Karrer erhielt 1922 den Marcel-Benoist-Preis.

Sein 1927 erschienenes „Lehrbuch der organischen Chemie“ wurde vielfach aufgelegt und übersetzt. Zu seinen Arbeitsgebieten gehörten später auch die Untersuchung therapeutisch wirksamer Stoffe, darunter vor allem Curare-Alkaloide, die zur Anästhesiologie verwendet werden. Karrer war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien, so seit 1925 der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, sowie chemischer und biochemischer Gesellschaften.

Die Paul Karrer Vorlesung und Medaille der Universität Zürich wird seit 1959 an herausragende Chemiker vergeben.

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Werner Arber

1978 – Physiologie / Medizin

Werner Arber studierte nach Erwerb seiner Matur an der Alten Kantonsschule Aarau von 1949 bis 1953 Chemie und Physik an der ETH Zürich. 1958 wurde er an der Universität Genf promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt in Los Angeles an der University of Southern California (USCLA) kehrte er von 1959 bis 1970 an die Universität Genf zurück, wo er 1965 eine Professur erhielt.

Seine wichtigsten Arbeitsgebiete sind die bakteriellen Restriktionssysteme und bewegliche genetische Elemente (Insertionselemente, Transposons) sowie die Modifikation und Restriktion der Ribonucleinsäure von Bakterien und Bakteriophagen.

1978 erhielt er zusammen mit Daniel Nathans und Hamilton Othanel Smith den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung der Restriktionsenzyme und ihre Anwendung in der Molekulargenetik.

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